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Silvana Iannetta

Silvana Iannetta

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Elektronische Medien,  Installation,  Kunst im öffentlichen Raum,  Performance


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Stundensteine
2017, Wabern BE – Giswil OW – Wabern BE

Material: 21 Kieselsteine; wasserfester Filzstift

18. bis 21. April 2017: Fussreise von Wabern b. Bern, dem Wohnort der Künstlerin, über Thun, Interlaken, Brienz und den Brünigpass nach Giswil OW. Nach jeder Gehstunde hebt die Künstlerin einen Kieselstein vom Weg auf. Sie beschriftet ihn mit der Zeitdistanz vom Ausgangsort sowie den Koordinaten der Fundstelle («1 Std. von Wabern 604906 196099», «2 Std. von Wabern 607663 192168» etc.). Diese Stundensteine nimmt sie mit auf die Reise.

22. April 2017: «Begegnung». Performance in Kooperation mit Marion Ritzmann, LEGS-Zentralschweiz, Turbine, Giswil OW. Während Marion Ritzmann ein Schnurtelefon von 60 Meter Länge aufbaut, legt Silvana Iannetta entlang der Diagonale der 90 Meter langen Halle einen Stundenstein nach dem anderen aus. Anschliessend hört sie am Schnurtelefon Marion Ritzmann zu, die aus «Rhizom» von Gilles Deleuze und Félix Guattari vorliest. Die Spur der Steine und die Schnur des Telefons kreuzen sich.

23. bis 25. April 2017: Fussreise von Giswil OW über den Brünigpass, Brienz, Interlaken und Thun nach Wabern BE. Die Künstlerin bringt auf ihrem Weg nach Hause alle 21 Stundensteine zurück an ihren jeweiligen Fundort und deponiert sie am Wegrand.

Fotografie: «20 Std. v. Wabern 656771 187355»

TAGs: gehen, Intervention, Kunst im öffentlichen Raum, Performance, Reisen, Verkehr

Inventar des Dazwischen
16. Mai bis 15. Juli 2016, «Ansichten von Zug», blog.forumjungekunst.ch, Zug

Die Zuger Schleife sticht ins Auge: Zusammen mit den SBB-Gleisen umrahmt sie das Gebiet westlich des Bahnhofs in Form eines seitenverkehrten Q und lässt es auf Stadtplänen, Landkarten und Satellitenbildern deutlich hervortreten. Jedenfalls tat sie das bis vor Kurzem. Heute ist die markante Struktur in Auflösung begriffen.

Auch das von ihr umfasste Gebiet befindet sich im Wandel: Die heterogen besetzte Randzone, die jahrzehntelang durch die Entwicklung von Landis&Gyr geprägt war, wird zu einem kompakten Stadtquartier umgebaut. Noch sind Bruchlinien sichtbar. Eine Spurensuche entlang von dem, was bald nicht mehr oder noch nicht ist – und eine Bestandesaufnahme.
Ortsbezüge
2013, «Skulpturen in Baar», Baar ZG

Material: 16 Aluminiumschilder mit Befestigung (9,5 x 14,3 cm); 16 QR-Codes (Digitaldruck auf Vinyl transparent, 7,5 x 7,5 cm); 16 Videoclips zwischen 4'30'' bis 13' (Gesamtlaufzeit: 130')

In ORTSBEZÜGE geben Menschen darüber Auskunft, warum sie in Baar wohnen, welche Bedeutung Baar für sie hat und welche anderen Orte für sie wichtig sind. QR-Codes und das mobile Internet ermöglichen es, die kurzen Videointerviews mit einem Smartphone am Ort ihrer Aufzeichnung anzusehen bzw. anzuhören: Auf einer der Sitzbänke am Bahnhofplatz, beim Gemeindehaus, vor der Kantonalbank oder in einem der Pärke.

ORTSBEZÜGE lädt zu medial vermittelten Rencontres mit und zwischen den Niedergelassenen ein. Zu Wort kommen Menschen, die schon lange oder erst seit kurzem in Baar leben und die einen mehr oder weniger starken Bezug zu Migration oder Tourismus haben – etwa als Neuzuzüger aus Deutschland, als Leiter der Einwohnerkontrolle, als Secondo, als Reiseberaterin, als Ehefrau eines Ex-Pat, als Flüchtling, als Mitglied der Integrationskommission etc. Die Stadtmöbel als Plätze temporären Aufenthalts werden zu Orten, wo Sesshaftigkeit und Mobilität, Identität und Entwurzelung, Zugehörigkeit und Fremdsein verhandelt werden.

Mit der Befragung Ortsansässiger stellt die Künstlerin soziale Bezüge zu Baar her. ORTSBEZÜGE reflektiert damit auch die eigene Rolle als Künstlerin, die in einem Umfeld agiert, in dem sie «fremd» ist.

TAGs: Internet, Intervention, Kunst im öffentlichen Raum, Mobile Tagging, Mobilität, Smartphone, Stadtmobiliar

Open Studio
2012, Jahresausstellung, Haus für Kunst Uri

Material: Malerkrepp, Filzstift; QR-Code; Video 30'
Masse: 340 x 490 cm; 20 x 20 cm

Im Ausstellungsraum sind am Boden mit Klebeband Markierungen angebracht. Eine linienförmige, grossformatige Markierung erinnert an einen Grundriss. Auf das Klebeband sind Worte geschrieben. Eine andere Markierung ist quadratisch und trägt einen handgezeichneten QR-Code. Mit einem Smartphone kann damit im Internet ein Video abgerufen werden. Dieses lädt den/die BetrachterIn zu einem Besuch im Atelier in NAIRS ein, dem Zentrum für Gegenwartskunst in Scuol GR.

Durch die mobile Betrachtung entlang den Markierungen am Boden des Ausstellungsraums kann der/die BetrachterIn der Videospur folgen und den Atelierraum (re-)konstruieren. Er/sie sieht, wie die Kamera Spuren folgt, die im Atelier zu finden sind. Auch in den Videobildern ist am Boden eine Markierung aus Klebeband zu entdecken, auf das Worte geschrieben sind. Sie bringen die gesichteten Spuren in einen narrativen Zusammenhang. Ob dieser tatsächlich besteht oder erfunden ist, bleibt offen.

«Open Studio» experimentiert mit der Erweiterung des Ansatzes der Raumerkundung durch den Einsatz mobiler Technologien. Inspiriert vom Aufsatz «Funktion des Ateliers» (1971) von Daniel Buren untersucht «Open Studio» die Möglichkeit, ein Werk mittels ubiquitous computing fernab seines Entstehungsortes «an seinem Platz» zu zeigen.

TAGs: Intervention, Mobile Tagging, Performance, QR-Code, Smartphone, Video

Path View
2012, «Beyond the Timberline», Belalp VS

Material: 5 Richtungszeiger mit Befestigung; 5 QR-Codes (Digitaldruck auf Vinyl transparent, 8 x 8 cm); 5 Videoclips zwischen 10' und 93' (Gesamtlaufzeit ca. 200')

Auf der Belalp laden Richtungszeiger mit QR-Codes dazu ein, eine bestimmte Richtung einzuschlagen. Wo sie hin führen, bleibt fraglich.

Scannt man einen QR-Code mit einem Smartphone ein, wird ein Video eingespielt. Jedes Video zeigt, wie sich die Künstlerin von einer Person, die auf der autofreien Belalp arbeitet, den Arbeitsweg zeigen lässt. Zu hören ist jeweils das Gespräch, das die beiden während der Begehung führen. Was bedeutet es, auf über 2000 m.ü.M. bei jedem Wind und Wetter zu Fuss gehen zu müssen? Wie ist es, Tag für Tag einen Weg zu gehen, den eilige Wanderer, die der Aussicht auf den Aletschgletscher oder dem nächsten Berggipfel zustreben, kaum wahrnehmen? Der Betrachter kann die beiden auf ihrem Weg «begleiten», in dem er sich mit Hilfe der Videobilder orientiert und denselben Pfad beschreitet.

«Path View» lässt den Betrachter immer weiter in eine Welt eintauchen, die sich den Gästen auf der Belalp normalerweise kaum erschliesst. Die «heile Bergwelt», die der Tourist als Ausflucht aus seinem Alltag sucht und deren Mythos die Einheimischen aus Existenzgründen pflegen, wird – von medialer Information durchdrungen – in ihrer ganzen Alltäglichkeit sichtbar.

TAGs: Humor, Ironie, Kunst im öffentlichen Raum, Mobile Tagging, ortsspezifisch, Perfomance, QR-Code, Smartphone, Video, Welt, Zuhause, Übergang

Littau://Littau
2011, Stadtteilzentrum Fanghöfli, Luzern-Littau, Werkschau Design & Kunst, Hochschule Luzern

Material: 15 QR-Codes (Digitaldruck auf Vinyl transparent, 15 x 15 cm;
Fussbodenlaminat, 24 x 24 cm); 15 Videoclips zwischen 34'' und 12' (Gesamtlaufzeit 45')

«In Littau://Littau greift Silvana Iannetta mit dem Anbringen von Barcodes in den physischen Raum ein. Als sichtbare Spuren ihres Handelns sind sie im Zentrum Littaus, dem ‹Fanghöfli›, zu entdecken. Werden sie mit einem internetfähigen Handy eingescannt, verbinden sie die BetrachterInnen mit dem medialen Raum des World Wide Web. Videostreams spiegeln die reale Umgebung. Sie laden dazu ein, den von der Künstlerin mit der Handy-Kamera erzeugten Spuren der Bilder und Töne auch im physischen Raum zu folgen und ihn individuell zu erkunden. Reale und virtuelle Räume durchdringen und überlagern sich.

Littau://Littau untersucht das ästhetische Potential dieser Verquickung. Der Ort wird als Hypertext lesbar. In seinem Netzwerk von Spuren, die unendlich auf weitere Spuren verweisen, verfolgen Künstlerin und BetrachterInnen Fährten und hinterlassen eigene Spuren.» (aus dem Katalogtext)

Foto: Petra Wunderlich, Master Kunst Luzern

TAGs: Kunst im öffentlichen Raum, Mobile Tagging, ortsspezifisch, Performance, QR-Code, Smartphone, Video

Rot-weisse Insel
2010, Interaktives Memorial für einen zukünftigen Ort der Vergangenheit,
«Kunst am Wasser», Muri b. Bern

Material: Bollenstein, QR-Code (sandgestrahlt, Sprayfarbe, 15 x 15 cm)
Blog: rotweisseinsel.ch

«Am Aareuferweg ist ein Stein mit einem rätselhaften Zeichen zu entdecken. Liest man das Zeichen – ein Quick-Response-Code – mit dem Handy ab, lernt man die «Rot-weisse Insel» kennen. Sie wird im Rahmen des Hochwasserschutz-Projekts «Aarewasser» einer Auenlandschaft weichen müssen und für immer verschwinden. Noch aber ist die «Rot-weisse Insel» vorhanden und kann real erkundet werden. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, auf Rotweisseinsel.ch eigene Beiträge zu posten und ihre Sicht des Ortes zu verewigen.

Heute ist der Stein, der in gewisser Weise wie ein Zeuge aus der Vergangenheit anmutet, ein Bote der Zukunft. Er konfrontiert die Besucherinnen und Besucher damit, dass das Natur- und Freizeitparadies, in dem sie sich soeben befinden, keine Insel im Zeitgeschehen ist. Mindestens so stark wie durch die Kraft der Aare ist es durch menschliches Wirken steter Veränderung unterworfen. Die Intervention «Rot-weisse Insel» nutzt die ursprünglich für logistische Zwecke entwickelte Technologie des Mobile Tagging und vernetzt den topografischen Raum mit dem Internet. Sie lädt dazu ein, den Ort auf neue Weise zu erkunden und sein künftiges Verschwinden zu reflektieren.

Nach der Renaturierung sollen Stein und virtueller Anhang als Memorial eines verschwundenen Ortes am Aareufer erneut Platz finden.» (Katalogtext)

Foto: Rudolf Steiner

TAGs: Humor, interaktiv, Ironie, Kunst im öffentlichen Raum, Mobile Tagging, ortsspezifisch, QR-Code, Smartphone

your dreams are all mine
2008, «artpicnic», Wabern b. Bern

Material: Auto, Klebefolie, präparierte Katzen, Audio-CD

«your dreams are all mine» steht in goldenen Lettern auf einem Auto, das auf einem Parkfeld entlang der stark befahrenen Seftigenstrasse in Wabern bei Bern parkiert ist. Bei einem Blick ins Wageninnere entdeckt man schlafende Katzen. Sie liegen auf den Sitzen und auf der Ablage im Fonds. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass sie präpariert sind. Auf dem Rücksitz ist ein Platz frei. Der Besucher kann sich hineinsetzen. Lautes Schnurren erfüllt den Wagen.

Die Installation «your dreams are all mine» verwandelt ein unscheinbares
Parkfeld in einen Ort mit einer spezifischer Stimmung, die sich von der hektischen Alltagsszenerie der Umgebung abhebt und gleichzeitig zu ihr in Bezug steht.

TAGs: Humor, Installation, Intervention, Ironie, Kunst im öffentlichen Raum

PERFORMANCE
Versuch, sich an eine Performance zu erinnern
Performance in Kollaboration mit Marion Ritzmann
10. April 2015, Galerie am Leewasser, Brunnen SZ

Dauer: ca. 45 Min.

Im Rahmen des Projekts «Erinnern und Erzählen: Zwei Dekaden Performance-Kunst in Basel (1987-2006)» wurden ZeitzeugInnen aufgerufen, sich an eine Performanceaufführung zu erinnern, welche sie in der fraglichen Zeitspanne gesehen hatten. Marion Ritzmann fragte Silvana Iannetta an, dies zusammen im Dialog zu tun. Im Nachgang der Abschrift dieses Gesprächs entstand eine E-Mail-Kommunikation, welche die zwei Künstlerinnen zu einer gemeinsamen Performance inspirierte.

Die Performance «Versuch, sich an eine Performance zu erinnern» stellt ein Reenactment des Erinnerungsgesprächs vor Publikum dar. Die Künstlerinnen verorten ihre Erinnerungen an die Performance von Andrea Saemann im Kunstmuseum Basel in den Räumen der Galerie am Leewasser bzw. im «Kunsthaus Schwyz» und binden das Publikum ins vielschichtige Erinnerungsgeschehen ein.

Foto: Erhard Sigrist, «Kunsthaus Schwyz»