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Myriam Arnelas aktuelle Arbeiten handeln von Mensch, Intimität und Alltag. Die Künstlerin beobachtet ihre Mitmenschen in ihrem alltäglichen Umfeld; weder ihre Modelle noch deren Umgebung sind spektakulär. Und doch erhascht sie immer wieder Momente, die auf eine einzigartige Weise faszinierend wirken. Diese versucht sie einzufangen, kurze Augenblicke, die uns einen Einblick in des anderen Inneren gewähren.
Die Figuren setzt sie bewusst in ein neutrales Umfeld, wodurch sie jegliche Hinweise auf die Persönlichkeit des Porträtierten entfernt. Gerade dieses Spannungsfeld von Alltag und Intimität einerseits und Inszenierung andererseits machen die Arbeiten von Myriam Arnelas so unvergleichlich. Banalitäten wie der Schluck aus dem Wasserglas, das Warten vor dem Rotlicht oder Tagträumen werden durch die malerische Darstellung zu bedeutungsvollen Handlungen.
Neben Porträts sind zahlreiche Selbstporträts zu sehen, die einen fragenden, suchenden und vielleicht auch zerbrechlichen Menschen zeigen. Ihre Modelle scheinen transparent und leicht, sie strahlen eine unschuldige Reinheit aus. Ohne festen Boden unter den Füssen befinden sich alle schwebend im Raum, verschmelzen mit dem Hintergrund. Es scheint als ob sie die Porträtierten, nachdem sie sie erfasst hat, wieder freilässt um sie vor allzu voyeuristischen Einblicken in das Innerste zu schützen.